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Wie spiele ich ein Rollenspiel?

Wie spiele ich eigentlich ein Rollenspiel?

Der aufmerksame Leser wird sicher spätestens jetzt fragen: "Wozu sind eigentlich die ganzen Werte da, die auf dem Charakterdokument stehen?" Und womit fragt er das? ... Mit Recht! Darauf werde ich jetzt eingehen.

Wahrend des Spielens am Tisch werden viele Aktionen dadurch abgehandelt, dass der Spieler beschreibt, was er tut. Oftmals ist der Ausgang einer Situation aber davon abhängig, wie gut man sie meistert. An diesen Stellen wird gewürfelt, und der Würfelwert mit dem zu dieser Situation passenden Wert auf dem Charakterdokument verglichen. So etwas nennt man "eine Probe ablegen". Besser, ich erläutere das an einem kurzen Beispiel. Hierzu kommen wir wieder zu der, uns aus dem ersten Kapitel bekannten Gruppe, zurück.

Nach intensiven Nachforschungen hat unsere Gruppe herausgefunden, dass die Geliebte des jungen Mannes in ein kleines windschiefes Haus in einer Seitengasse verschleppt wurde. Das Haus ist schnell aufgefunden.
Björn: "Ich betätige die Türklinke."
Karl Heinz: "Die Tür ist verschlossen."
Torsten: "Aaarg, dann werde ich sie eben eintreten." Grummel!
Karl Heinz: "Mit einer gelungenen Probe auf deine Körperkaft würde dir das wohl gelingen."
Christine: "Yolanda springt dazwischen und fragt den Zwerg, ob der die Bewohner des Hauses unbedingt vorwarnen will."
Torsten: "Grummel."
Jan: "Ich wende mich an den Rest der Gruppe: 'Werte Mitstreiter, vielleicht sollte ich es mal versuchen.' Alrik holt einen Dietrich aus seinem Beutel und versucht das Schloss zu öffnen."
Karl Heinz
: "Bitte lege eine Probe auf dein Talent Schösser knacken ab."
Jan würfelt: "Geschafft!"
Jetzt können die Helden das Haus betreten und die entführte Frau befreien.

Dabei könnte es durchaus zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommen, bei denen die Schwerter wirbeln und der eine oder andere Feuerball durch die Gegend fliegt. (Rollenspiele sind sicher nicht für Parzifisten entwickelt.) Auch für diese Situationen gibt es ausführliche Regeln, die es ermöglichen, Kämpfe mit dem Würfel auszufechten.

Ansonsten gilt für ein Rollenspiel: Jeder spielt seine Rolle so, wie es ihm am besten gefällt. Der Eine legt besonderen Wert darauf, seine Rolle auszugestalten. Er denkt sich merkwürdige Angewohnheiten für seinen Helden aus und versucht sich in die Rolle hineinzuversetzen. Der Andere richtet sein Augenmerk bevorzugt auf die Lösung des Abenteuers und setzt sein Fertigkeiten dafür ein. Erlaubt ist was gefällt, solange alle am Tisch dabei Spaß haben.

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